
16 Löcher im Stein. Ein Kalender?
der RutschfelsenDieser uralte Näpfchenstein auf einem Feld in Leodagger bei Pulkau wird allgemein als Kalenderstein bezeichnet. Im 14.Jh. hieß er „Stein im Aul“.
Seine 16 Schalen oder besser Löcher haben auf den ersten Blick so gar nichts mit unserem Kalender gemeinsam. Weder haben wir 16 Monate im Jahr, noch ist ein Mondzyklus 16 Tage lang.
Kalender mit 16 Monaten? 11.400 Jahre alt?
Wenn man aber alte Kalenderrechnungen heranzieht, dann könnte dieser Stein auf das 16 monatige Sonnenjahr der Megalithzeit, also Steinzeit hindeuten. Diese Vermutung äußert Dr. Alfred Kappl in seinem Buch "Das Geheimnis der Feenhaube". Er bezeichnet den Platz als Mond- und Quellheiligtum. Die Entfernung zur Feenhaube hat er mit 8.400m gemessen, welches ein eindeutiger Beweis für eine megalithische Masseinheit ist, nämlich 10.000 mal die megalithische Elle von 0,84m.
Dr. Kappl deutet die Löcher des Steins als Peilpunkte zum Himmel mit deren Hilfe Sonnen-und Mondstände und damit der Kalender bestimmt wurden. Er errechnete mittels Computerprogramm, dass diese Peilpunkte 9.400 Jahre vor unserer Zeitrechnung angelegt worden sein müssen, das heißt also 11.400 Jahre alt sind.
Ein verblüffendes Zeugnis der astronomischen Kenntnisse der Steinzeitmenschen.
Gemeinsam mit dem davorstehenden Menhir dient der Kalenderstein auch heute noch zur Beobachtung der Tag- und Nachtgleichen und der Sonnenwenden. Die Sonne erscheint dann genau zwischen dem Menhir und dem Näpfchenstein, nach heutigem Datum 22.3., 22.9., 21.6. und 21.12.
Wer diese beschriebenen Peilungen fotografieren möchte, sollte früh aufstehen und sich je nach angegebenem Datum zwischen bzw. neben den Menhir und den Kalenderstein postieren. Auch die jeweiligen Sonnenuntergänge sind eindrucksvoll. Mit einer ewigen Präzision funktioniert der Kalenderstein auch heute noch.
Frühlingsäquinoktium 2009
Frau Judith Brunner aus Leodagger hat sich am 22.3.09 auf die Lauer gelegt und diese einmaligen Bilder vom Sonnenuntergang geschossen. Wir danken für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.

Die untergehende Sonne am 21.3.09



Ein Kopf mit offenem Mund verschlingt die Abendsonne am 21.3.
Gedicht von Frau Friederike Puschnik
D´Sun geht auf und D´Sun geht unter
überm Kalenderstoa des is´a Wunda,
weil er hot oben sechzen Lukan,
an Stob der tuat den Schotten rukan,
do ham de Bauern olweil gwißt
wans Zeit zum Erdäpfelegen ist.
Er hot a ganz bestimmte Strohlung
die bringt dein Innerstes in Wollung
drum gemma rutschn aufn Stoa,
die Weiberleitln groß und kloa,
die einen wengan Kinderkriagn,
de andan wegen da Hetz,
vielleicht geht goa a Mo ins Netz,
wonst Kopfweh host und bist goar krank
geh hin zum Stoa und woart net lang,
zieg d´Hosn aus und setz di drauf
und glei hörts Leiden wieder auf.
Drum sama stolz auf unsern Stoa,
er steht scho ewig do am Roa.
